KuLTUR UND TOURISMUS

Kunst, Kultur, Sport und Veranstaltungen in Friedberg

Wanderung Nr. 1

Wanderweg Nr. 1

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Ausgangspunkt dieser Strecke ist die herrliche Wallfahrtskirche „Herrgottsruh“ mit Priesterhaus. Die Wallfahrt wurde begründet durch einen Friedberger Bürger im 14. Jahrhundert aus Dank für die glückliche Heimkehr aus dem Hl. Land. Die Kirche gehört zu den schönsten und originellsten Schöpfungen der bayrische Sakralarchitektur des 18. Jahrhunderts (N. Lieb), an der so bedeutende Künstler wie Cosmas Damian Asam, Franz X. Feichtmayr und Matthäus Günther mitgewirkt haben.

Entlang der Südmauer des Friedhofs führt die geteerte Straße nach Heimathausen. Auf steiler Anhöhe liegen die Höfe des bereits 1270 erwähnten Weilers. Ähnlich gelegen mag man sich den hallstattzeitlichen Herrenhof vorstellen, dessen Bewohner ihre Toten im nordwestlich gelegenen Ödholz in noch erhaltenen Grabhügeln begruben (etwa 700 v. Chr.). Am Ostende von Heimathausen biegt rechts ein Hohlweg in ein romantisches Tal ein. Vorbei an zwei Weihern am Waldrand und einem kleinen Seggenried führt der Weg leicht ansteigend zur Haltestelle Paar der Bahnlinie Augsburg-Ingolstadt.

Nach dem Überqueren der Bahnstrecke verlassen wir nach 50 m die Straße wieder. Links weg führt ein Fußweg durch Wiesen über Nebenläufen der Paar zur Paarbrücke nach Harthausen. Hier treffen wir auf die Kreisstrasse, die wir nach 50 m nordwärts in Richtung Hinterheimat-Malzhausen überqueren.

Beim Feldkreuz nach Ortsende zweigt in südöstlicher Richtung ein Feldweg zum Landmannsdorfer Forst ab. Hier blühen am sonnigen nördlichen Steilhang von Mai bis Juni verschiedene Fingerkräuter und Pechnelken. Auf dem Weg zu Forst begleiten uns links alte Sandgruben, in denen teilweise noch die tertiären Sand- und Kiesschichten zu sehen sind, die unser Hügelland aufbauen.

Im Wald führt die 3. Abzweigung rechts bis zum westlichen Rand des Forstes. Wer sich hier umsieht, trifft auf eine große Auswahl heimischer Farne (Dorniger und Gemeiner Wurmfarn, Frauen-, Adler- und Eichenfarn) und im Herbst auf die weißen Orchideenblüten der Sumpfwurz.  In Lichtungen fliegen besonders im Frühsommer farbenprächtige Schmetterlinge wie Kaisermantel, Dukatenfalter, Landkärtchen, Kleiner Fuchs, Perlmuttfalter und Tagpfauenauge. Gelegentlich sieht oder hört man auch den seltenen Schwarzspecht. Wir verlassen den Forst in einem zur Frühjahrszeit mit vielfältigem Vogelgesang erfüllten Misch- und Auenwald, wo Ende Mai Schattenblümchen und Vielblütiger Salomonsiegel blühen.

Ehe wir vom Waldrand aufbrechen, empfiehlt sich wegen des lohnenden Weitblicks ein Abstecher von etwa fünf Minuten zum höchsten Punkt des nordwestlichen von uns aufsteigenden Waldvorsprungs, bis wir dort den Wasserbehälter erreichen. Wir erkennen – im Süden beginnend- die Orte Rinnenthal, Gagers, den Bestihof mit Griesmühle und darüber die Türme von Neukissing und Ottmaring. Hinter dem Wittenberger Hof direkt vor uns deutet sich die Silhouette von Friedberg an mit der Pallottikirche, Herrgottsruh und dem Wasserturm. Daneben liegen Paar und Harthausen und auf dem Hügel Heimathausen. Von der nördlichen Waldecke aus weitet sich der Blick gegen Norden in das Paartal mit Dasing.

Vom Waldrand geht es geradeaus westwärts bis zur Kreisstraße. Dieser folgen wir etwa 300m nach Süden in Richtung Rinnenthal, biegen wir dann westwärts ab zu den Niederrungen des Eisbachs. Über die Eisbachbrücke wandern wir hinauf zum Bestihof, dann vorbei an der Griesmühle in das Paartal, eine reizvolle, noch unverbaute Fluss- und Auenlandschaft.

Nach der Paarbrücke und der Brücke über den Griesbach führt der Weg in den Wald, zunächst leicht bergan, dann abwärts durch schönen Hochwald zum Nordrand des Waldes mit Sicht auf die Bahnlinie Augsburg-Ingolstadt. Die ab 1861 aus strategischen Gründen projektierte Paartalbahn wurde in den Jahren 1872 bis 1875 gebaut. Dabei wurde von Hochzoll bis Friedberg ein 3 km langer bis zu 12 m hoher Damm errichtet und die Leite bei Friedberg 13 m tief eingeschnitten, eine beachtenswerte Ingenieureleistung. An Pfingsten 1875 wurde die Bahnlinie Hochzoll-Ingolstadt dann dem Verkehr übergeben und mit regem Ausflugsbetrieb eingeweiht.

Parallel zum Bahndamm verläuft nun der Fußweg bis zum Bahnübergang bei Wiffertshausen, wir überqueren ihn und folgen dem Weg auf der Nordseite der Bahnstrecke Richtung Friedberg bis zur Geistbeckstraße.

Von dort ist in nördlicher Richtung unser Ausgangspunkt, die Wallfahrtskirche „Herrgottsruh“ bereits zu sehen.