Stadteil Wulfertshausen

Der Ort liegt etwa 2-3 km nördlich von Friedberg im Hügelland östlich des Lechrains und zählt derzeit 2400 Einwohner.
Schon in der Römerzeit war die Gegend von Menschen aufgesucht. Davon zeugen Fundstücke an der Römerstraße von Augsburg nach Regensburg und nach Thierhaupten und die Grundmauern eines römischen Gebäudes auf dem Kegelberg in Richtung Friedberg .
Erstmals schriftlich erwähnt wird die Siedlung im 12. Jahrhundert, als Rodolfus de „Wolfericheshusen" als Zeuge für das Kloster St. Ulrich und Afra in Augsburg auftrat. Besitz dieses Klosters im Dorf ist aus späterer Zeit häufig belegt .
Der Ortsname bedeutet „(bei den) Häusern des Wolferich". Über die Formen „Wolfershausen" und „Wulffertzhausen" hat der Name zu seiner heutigen Gestalt gefunden.
Um 1270 hatte der Kämmerer des Schlosses Wellenburg bei Augsburg einen herzoglichen Hof. In dieser Zeit mag in Wulfertshausen auch das Mädchen Radegundis geboren worden sein, das etwa 20 Jahre später in Wellenburg westlich von Augsburg als Magd diente und wegen ihrer aufopfernden Liebe zu den Kranken und Armen bekannt und nach ihrem Tod als Selige verehrt wurde. Die Legende berichtet weiter, dass Radegundis einst auf dem Weg zu Not leidenden Menschen im Wald von Wölfen angefallen und zerfleischt worden sei. Beim Transport ihres Leichnams seien die Zugtiere im Wald zwischen Wellenburg und Waldberg stehen geblieben und nicht mehr von der Stelle zu bewegen gewesen. Das habe man als Zeichen Gottes erkannt, die Selige an dieser Stelle beigesetzt und hier eine Kapelle errichtet. Später wurden ihre sterblichen Überreste nach Waldberg überführt, wo sie heute noch sehr verehrt wird. Als ihr Geburtsort gilt übereinstimmend Wulfertshausen und nicht Wiffertshausen, das auch schon einmal in Betracht gezogen wurde.

Bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts war das Dorf auf 23 Feuerstätten angewachsen. Die Wirren der Zeit und vor allem der Dreißigjährige Krieg haben jedoch zu großen Bevölkerungsverlusten geführt und einen weiteren Ausbau verhindert, so dass im Anlagsbuch des Landgerichts Friedberg von 1760 in der Gemeinde Wulfertshausen nur 22 Anwesen gezählt wurden, von denen zwei dem Kloster St. Ulrich und Afra, zwei dem Kloster Hl. Kreuz in Augsburg, drei der Ortskirche, zehn der Hofmark Stätzling und vier der Hofmark Weyhern grundherrschaftlich unterstanden, ein Anwesen war selbsteigen. Die Besitzverhältnisse brachten es mit sich, dass etwa die Hälfte der Dorfbevölkerung als Untertanen der Hofmark Stätzling zum Gericht Mering, der übrige Teil zum Gericht Friedberg gehörte. 1818 wurde das Ortsgericht Stätzling aufgelöst, das ehemalige Hofmarksgericht bestand jedoch als Patrimonialgericht weiter. Steuerlich und in Bezug auf die Polizeigewalt gehörte Wulfertshausen nach wie vor zu Stätzling.
Im 19. Jahrhundert wuchs die Bevölkerungszahl wieder. 1840 zählte man 135 Einwohner, 1867 schon deren 141 und im Jahr 1900 waren es 156. Mittlerweile war ein neuer Friedhof bei Maria Schnee angelegt und die Kirche selbst renoviert und mit einer Sakristei versehen worden. 1879 erfolgte die erste und 1900 die nochmalige Gründung der Feuerwehr. Die Elektrifizierung des Ortes konnte in der Zeit von 1908 bis 1914 durchgeführt werden, und 1909 wurde gemeinsam mit Haberskirch der Neubau eines gemeinsamen Schulhauses in Haberskirch in Angriff genommen.