Ortsteil Stätzling

Das 19. Jahrhundert brachte mit der Gründung des Königreichs Bayern neue Organisationsformen, von denen auch Haberskirch betroffen war. 1808 wurde festgelegt, dass es zusammen mit Wulfertshausen und Stätzling einen Steuerdistrikt im Landgericht Friedberg bilden sollte.

Auf heftiges Drängen der Bürger von Haberskirch und Wulfertshausen erlaubte die Regierung jedoch 1821, dass das Dorf Haberskirch unter Hinzunahme des Weilers Unterzell und das Dorf Wulfertshausen für sich je eine Gemeinde bilden konnten.

Dass es in Haberskirch auch eine Schule gab, wird erstmals 1842 deutlich, als eine Armen- und Schulstiftung geschaffen worden ist, bei der die wohlhabenden Leute des Ortes zur Aufbringung des Schulgeldes für arme Kinder beitragen sollten. Der Schulbau selbst stand mindestens schon 1867. In diesem Jahr gab es in Haberskirch 106 Einwohner in 45 Gebäuden.

Von 1821 bis zur Eingemeindung Haberskirchs nach Friedberg im Jahr 1978 gehörte der Weiler Unterzell zur Gemeinde Haberskirch.

Erwähnt wird Stätzling – zur Siedlung der Leute eines Stazilo – schon zu Beginn des 13. Jahrhunderts, als das Augsburger Kloster St. Ulrich und Afra Reichnisse aus der Mühle zu „Stazilingen“ bezog. Ursprünglich gehörte der Ort wahrscheinlich dem Pfalzgrafen von Wittelsbach, der ihn nach dem Aussterben des gleichnamigen Ortsadels an verschiedene Adelige gab. Die Pfarrkirche von Stätzling, dem hl. Georg geweiht, steht vom Gottesacker umgeben auf einer Anhöhe am südlichen Dorfrand. Sie entstand aus den Resten der alten kleinen Kirche 1696 und wurde 1699 konsekriert. Ihr Erbauer ist der damalige Hofmarksherr Freiherr von Deuringen. Der eigenartige Kirchenbau hat zu den verschiedensten Deutungen Anlass gegeben. Eine spricht davon, dass die Kirche auf den Ruinen der im Dreißigjährigen Krieg zerstörten herrschaftlichen Behausungen aufgebaut worden sei.

Die an der Straße nach Augsburg am westlichen Ortsrand stehende Loreto- Kapelle verdankt ihre Entstehung dem Hofmarksherrn (1688). Wie fast alle Lechraingemeinden hatte auch Stätzling sehr stark unter dem 30jährigen Kriege zu leiden. Der Ort wurde samt Kirche niedergebrannt. Schlimme Kriegstage waren auch gegen Ende des zweiten Weltkrieges zu überstehen. Ein schwerer Fliegerangriff auf Augsburg brachte in den Februartagen des Jahres 1944 Tausende von obdachlosen Augsburgern in den Ort.

Nach dem Krieg entstand die Siedlung St. Anton an der Nahtstelle zwischen Augsburg und Stätzling. Aber auch in allen übrigen Gemeindeabschnitten wurde gebaut. An kommunalen Leistungen sind die zentrale Trinkwasserversorgung, die Gründung des Schulverbandes Stätzling mit den Gemeinden Haberskirch und Wulfertshausen und der Neubau einer Zentralschule zu nennen.