Ortsteil Rohrbach

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Das etwa 10 km südöstlich von Friedberg gelegene Dorf im Eisenbachtal mit derzeit knapp 180 Einwohnern tritt urkundlich zwar erst im 11. Jahrhundert in Erscheinung, doch ist die Siedlung sicher viel älter, als die ersten schriftlichen Zeugnisse glauben machen.
Bereits aus der spätrömischen Kaiserzeit stammt eine Ziegelei, die 1925 in der Flur „Ziegelacker" zwischen Rohrbach und Eurasburg erschlossen wurde. Hier befand sich neben einer ähnlichen Werkstatt in Stätzling die einzige bisher bekannte Produktionsstätte für spätantike Töpferwaren in der Provinz Raetien.
Um 1000 n. Chr. soll Welf II.das von den Ungarn zerstörte Kloster Altomünster erneuert und mit Gütern ausgestattet haben, wenn man den Worten Otlohs, des Verfassers der Lebensbeschreibung des hl. Alto, glauben darf. Zu diesen Gütern gehörte auch Besitz in Rohrbach, der im 13. und 14. Jahrhundert aus einem Hof, acht Lehen und zwei Viertellehen bestand. Der erste schriftliche Beleg stammt aus dem 11. Jahrhundert, als „Friderich de Rorbach" als Zeuge für das Domstift zu Augsburg in einer Urkunde erscheint und damit die Existenz eines Ortsadels beweist. Der Ortsname hat sich seit seiner ersten Nennung lautlich nicht verändert und bedeutet „Siedlung an einem mit Rohr bestandenen, sumpfigen Bach“.


Bis 1863 gehörte das Dorf zur Pfarrei Mering. Es hat eine eigene Kirche, die auf einem Hügel liegt und so baulich über die anderen Häuser hinausragt. Nach einer Urkunde von 1520 war sie ursprünglich dem hl. Aegidius und der hl. Walburga geweiht, bereits im 19. Jahrhundert wurde jedoch das Patrozinium an Maria Magdalena gefeiert, einem Tag, an dem das Prädikatur-Benefiziat zu Friedberg die Verpflichtung zum Lesen einer hl. Messe hat. Trotz der Zugehörigkeit zur Pfarrei Mering gingen die Rohrbacher jedoch meist zum Gottesdienst nach dem näher gelegenen Bachern. Nachdem sie 1834 der Kaplanei-Expositur zu Ried zugeschlagen wurden, boten sie sich an, 1233 Gulden zum Neubau der Kirche in Ried beizutragen, 450 Gulden an die Pfarrpfründe Mering und 25 Gulden an den Mesner zu Ried zu zahlen, an den Pfarrer von Bachern aber jährlich 1 Scheffel und 3 Metzen Roggen zu entrichten und in Konkurrenzpflicht zu den Kultusgebäuden in Bachern zu treten. Daraufhin wurde eine Umpfarrung Rohrbachs von Mering nach Bachern in die Wege geleitet, die 1863 durch königliche Entschließung und bischöfliches Dekret vollzogen wurde. Etwa zur gleichen Zeit erhielt Rohrbach mit seinen 24 Familien wieder die gemeindliche Selbständigkeit, blieb aber im Steuerdistrikt Bachern, wo auch das gemeinsame Schulhaus stand.