Dorfgeschichte

Der Ortsname

So genau ist nicht bekannt, wie es zu dem Ortsnamen kam. Einmal kann man annehmen, dass Rinnenthal soviel bedeutet wie „Siedlung in der Geländerinne", denn der Ort liegt im Tal des Eisbach, kurz vor der Einmündung in die Paar. Eine andere Theorie besagt, dass der Name von dem Geschlecht der de Rinnenthale stammt, das um 1180 in Klosterurkunden von St. Ulrich in Augsburg auftaucht. Diese Rinnenthaler trugen wahrscheinlich wittelsbachige Güter zu Lehen, so dass sich später die Hofmark Rinnenthal daraus bildete.

Eine bewegte Geschichte

Im 15. Jahrhundert waren 14 Anwesen zum Gericht Friedberg steuerpflichtig. Ende des Jahrhunderts war Herzog Georg der Reiche von Niederbayern-Landshut als Besitzer der Hofmark Dasing auch Inhaber von Rinnenthal. Nachdem in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts noch die Universität Ingolstadt im Besitz der Hofmark Rinnenthal stand, kam sie dann an den bayerischen Kanzler Dr. Leonhart von Eck zu Randeck, der sie wiederum an Wolfgang von Weichs, den Pfleger zu Dachau und Eigentümer der Hofmark Dasing, gegen die Hofmark Klein-Berghofen tauschte. 1632, im Dreißigjährigen Krieg, wurde der Ort durch die Schweden stark verwüstet.

Rinnenthal ist von vielen geschichtlichen Ereignissen geprägt. Mehrere Besitzer wechselten das Eigentum an der Hofmark bis schließlich 1835 Frh. von Aretin Eigentümer wurde, dieser an Frh. von Paris weiter verkaufte und Frh. Benedikt von Paris schließlich die Hofmark an den Staat veräußerte. Im gleichen Jahr wurde auch das 1688 erbaute Schloß in Rinnenthal abgebrochen.

Rinnenthal hatte im Dreißigjährigen Krieg auch unter den Schweden sehr zu leiden. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Ort am 16. März 1944 während eines Fliegerangriffes auf Augsburg bombardiert. Die Bomben detonierten jedoch wenige hundert Meter neben dem Ort. Rinnenthal wurde größtenteils verschont, bis auf die Stallungen beim Hofwirt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden viele Flüchtlinge aus dem osteuropäischen Raum ihre Heimat in Rinnenthal. Die Einwohnerzahl stieg hier von 280 auf 435 an. Im Zuge der Gebietsreform wurde Rinnenthal 1972 zusammen mit Bachern und Rohrbach nach Ottmaring eingemeindet.

In den 60er Jahren erhielt Rinnenthal eine Straßenbeleuchtung. Auch wurden die Kanalisationsarbeiten in Angriff genommen und sämtliche Straßen asphaltiert. Die Gebietsreform in Bayern brachte es mit sich, dass Rinnenthal am 1. Januar 1972 in die Gemeinde Ottmaring und am 1. Mai 1978 in die Stadt Friedberg eingemeindet wurde.