Ortsteil Derching

Historische Erstnennung und Deutung des Ortsnamens

Die Siedlungen, die nach der Landnahme durch die Baiern im 6. und 7. Jahrhundert entstanden sind, erhielten in der Regel den Namen des Gründers. Stammesältesten oder Ortsadeligen durch Anhängen der Silbe ,,-ing". Alle diese Orte sind Gründungen aus der Einwanderungszeit der Bajuwaren. Die meisten werden freilich erst einige Jahrhunderte später erwähnt.

In der Zeit der Landnahme fällt auch die Gründung des Ortes Derching. Allerdings finden wir die früheste Erwähnung erst im 12. Jahrhundert in einer Urkunde von St. Ulrich und Afra in Augsburg. Dort ist ein gleichnamiger Ortsadel „Marchward de Tenrichingen" bezeugt. Vom 13.bis zum 15. Jahrhundert schwankt der Ortsname zwischen Denchiringen, Tenerchingen, Tenrichinge. Tenrcichingen, Terrichingen und Tarching.


Das Wappen von Derching, geschaffen 1967 von dem Augsburger Heraldiker Hermann Korhammer, fasst die nachweisbare Ortsgeschichte anschaulich zusammen: Das goldene Afrakreuz in der Mitte versinnbildlicht die Zugehörigkeit Derehings zum Kloster St. Ulrich und Afra in Augsburg. Ein erster Zeuge „Marchward de Tenrichingen" findet sich im ausgehenden 12. Jahrhundert in den dortigen Lagebüchern. Die drei blauen Rauten auf Silbergrund stammen aus dem Siegel der herzoglichen Marschalke von Schiltberg, in deren Besitz Derching als Amtslehn nach dem Ankauf durch Herzog Otto II. übergegangen ist. Die Farben Blau auf Silbergrund besagen, dass nach dem Aussterben der Marschalke von Schiltberg im 14. Jahrhundert Derching wieder an die Wittelsbacher zurückgefallen ist und dem Pflegeamt Friedberg zugeteilt wurde, - Das halbe goldene Zahnrad im Schildfuß symbolisiert den Strukturwandel in neuerer Zeit: zum einen die zunehmende Industrialisierung in Derching und zum anderen, dass ein nicht unerheblicher Teil der Derchinger als Pendler in Augsburg sein tägliches Brot verdient.
Zur Gemeinde Derching zählt auch die Siedlung Dickelsmoor. Angehörige der „Deutschen Werkgemeinschaft" mit ihrem Vorsitzenden Dr. Dickel aus Augsburg haben sie 1926 als „Gartenbausiedlung Dickelsmoor" gegründet. Nach bauleitplanerischer Tätigkeit der Stadt Friedberg ist aus der Gartenbausiedlung zwischenzeitlich ein Kleinsieldungsgebiet in landschaftlich reizvoller Umgebung entstanden.


Die Eingemeindung nach Friedberg


Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am I. Juli
1972 die ehemaligen Landkreise Aichach und Friedberg zum neuen Landkreis Aichach-Friedberg vereinigt. Mit Wirkung vom l. Januar 1973 wurde Aichach als Kreisstadt. d.h. zum Sitz der Kreisverwaltung bestimmt. Seit dem Inkrafttreten der Kreisreform gehört Derching zum neuen Landkreis. Nach der Gemeindereform 1978 wurde Derching in die Stadt Friedberg eingegliedert, ohne Pfaffenzell und Frechholzhausen. Ein Anschluss an die Stadt Augsburg wurde in dieser Zeit zwar gelegentlich diskutiert, aber nie ernstlich in Erwägung gezogen. Ein diesbezüglicher offizieller Plan bestand jedenfalls zu keiner Zeit.



Derching von Süden