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Argumente für den Schlossumbau

Welche Vorteile bringt eine Neukonzeption des Wittelsbacher Schlosses für Friedberg, seine Bürger, das Schloss und das Museum?

 

Durch die Neukonzeption des Schlosses und die Umgestaltung der Hänge würde das Wittelsbacher Schloss aus seinem bisherigen „Dornröschenschlaf“ geholt und als Ganzes erleb- und nutzbar werden. Es würde gut im Herzen der Stadt zu erkennen sein und dadurch auch in den Köpfen der Friedberger und der Touristen präsent werden. Das umgestaltete Museum würde in den neuen Räumlichkeiten stark an Attraktivität gewinnen. Durch die Modernisierung der Ausstellung und den neu geschaffenen Rundgang durch Fayencen, Uhren, Stadtgeschichte, lokale Kunst und Sonderausstellungen wird das Museum gerade für Kinder, Familien und Schulklassen spannend und lebendig. Friedberg bekäme durch den Bau eines Saals im 1. Obergeschoss die Veranstaltungsstätte, die in Friedberg so dringend benötigt wird. Seien es private Feiern, Vereins- oder Parteisitzungen, Konzerte oder Theater: Es fehlt in Friedberg ein Saal in der richtigen Größe mit angemessener Stimmung und Akustik. Das Regen-Problem im Schlosshof wäre endlich gelöst. Es müssten keine Veranstaltungen im Innenhof kurzfristig wegen schlechten Wetters abgesagt, oder in die Stadthalle verlegt werden, sondern könnten bei Regen spontan in den Saal im Obergeschoss ausweichen. Dadurch entsteht Planungssicherheit bei Künstlern, Veranstaltern und Besuchern. Das kulturelle Angebot der Stadt würde sich durch Umbau und Neuausrichtung des Schlosses spürbar verbessern. Das neu geschaffene kulturelle Zentrum würde mehr Künstler und Veranstalter aus Friedberg und der Region anziehen und dadurch das Kulturangebot der Stadt vielfältiger und attraktiver machen. Dadurch steigt auch die Lebensqualität in Friedberg. Das neu gestaltete Schloss als Veranstaltungsstätte und als historisches Erbe im Wittelsbacher Land würde die Bekanntheit und Anziehungskraft auf Touristen und Unternehmen steigern und damit positive wirtschaftliche Effekte für die Stadt Friedberg haben. Weiche Standortfaktoren wie ein attraktives kulturelles Angebot spielen bei der Wahl von Unternehmens- und Wohnsitz eine immer größere Rolle. Veranstaltungs- und Vermietungsbereich würden von der ästhetisch hochwertigen Umgestaltung der Räume, der Nutzbarmachung von Schlossterrasse und -garten sowie der Einrichtung von Catering-Möglichkeiten erheblich profitieren. Dank der zukünftigen Barriere-Freiheit können außerdem zusätzliche Zielgruppen erreicht werden. Besucher und Touristen kämen nicht nur für eine kulturelle Veranstaltung in die Stadt, sondern gäben meist darüber hinaus noch Geld aus. Von dieser Umwegrentabilität würde z.B. auch die Friedberger Gastronomie oder der Einzelhandel profitieren. Die Erstellung eines Nutzungs- und Betriebsmodells durch die Firma actori wird nicht nur sicherstellen, dass es eine sinnvolle Mischung aus kulturellen Veranstaltungen und Vermietungen geben würde, sondern auch gewährleisten, dass Organisation und Betrieb des Schlosses finanziell vernünftig aufgesetzt wären. Die Aufrechterhaltung des Status quo bedeutet in einer sich immer schneller verändernden Gesellschaft nicht Stillstand, sondern Rückschritt. Kulturangebot und Infrastruktur sind wichtige Faktoren für die Attraktivität eines Standorts. Bei einer reinen Bestandserhaltung von Schloss und kulturellen Veranstaltungen würde Friedberg daher im Wettbewerb um Unternehmen, Einwohner und Touristen zukünftig schlechter abschneiden. Die unbefriedigende Raumsituation für kulturelle Veranstaltungen in Friedberg bliebe weiterhin bestehen. Momentan sind die Spielstätten, z.B. für klassische Konzerte- oder Theateraufführungen, entweder zu klein oder Ambiente und Akustik sind ungeeignet. Aufgrund der räumlichen Überschneidung von Museums- und Veranstaltungsbereich wäre nach wie vor keine Fremdvermietung für soziale Zusammenkünfte wie Hochzeiten, Geburtstage oder Jubiläen im Schloss möglich, obwohl in Friedberg und der Region eine große Nachfrage hierfür besteht. Wesentliche Einnahmemöglichkeiten könnten nicht realisiert werden. Die Anziehungskraft des Museums könnte nicht gesteigert werden, da es in den momentanen Räumen bleiben müsste, die für eine optimale Raumaufteilung und moderne Inszenierung ungeeignet sind. Friedberg vergäbe die Chance, durch ein stärker wahrnehmbares und in seinem Profil gestärktes Wittelsbacher Schloss mehr regionale und überregionale Besucher anzuziehen. Fördergelder und Baugenehmigung sind für die komplette Neukonzeption beantragt und bewilligt worden und damit projektgebunden. Für eine Sanierung ohne Umnutzung gingen beispielsweise 2,2 Mio. Städtebaufördermittel verloren. Weitere bereits bewilligte Fördermittel müssten neu beantragt werden, wobei Bewilligung und Höhe der Zuwendung ungewiss sind. Zudem existiert für den Vorschlag der reinen Kernsanierung weder eine genaue Kostenkalkulation mit Finanzierungskonzept noch eine Bauplanung. Zusätzlicher Aufwand und Kosten fielen hierfür an.