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Stadtmauer

Die Geschichte der Friedberg Stadtmauer
Stadtmauer 1


Die frühe Stadtbefestigung (1264-1409)
Die Wehranlagen bestanden im 13. Jahrhundert aus einer Holzkonstruktion (im Westen vermutlich Palisadenzaun), doch war um 1400 -zumindest teilweise- eine Ziegelkonstruktion vorhanden.
Wirtschaftliche Gründe, vor allem der Zoll waren es, die zu ständigen Streitigkeiten mit den Augsburgern führten. Der Stadtschreiber Luber berichtet, dass die Stadt in den Jahren 1296, 1372 und 1388 hartnäckig belagert und in Brand gesteckt wurde.

Befestigung durch Ludwig den Gebarteten (1409-1412)
Stadtmauer
Um die Leiden der Bewohner zu beenden und seine Herrschaft zu sichern, ließ Ludwig der Gebartete die Befestigung um Stadt und Burg ausbauen. Vor der Mauer und um das Schloss wurden Trockengräben angelegt. Die Mauer selbst wurde aus gebrannten Ziegeln gebaut und mit einem Schlämmputz überzogen. Die durchschnittliche Höhe betrug fünf Meter. Die Schießscharten bediente man von einem hölzernen, überdachten, auf gemauerten Konsolen aufliegenden Wehrgang.

Wehrgang Stadtmauer
Ein Rest dieses Wehrgangs ist rekonstruiert nördlich des Alten Wasserturms (er diente von 1604 - 1888 als Wasserreservoir) zu besichtigen.
Markant sind die halbrunden Schalentürme mit ihren zur Stadtseite beneigten Pultdächern. An den Ecken des Mauergevierts gab es jeweils Rundtürme, von denen der Alte Wasserturm, Büchsenmacher-, Zwinger-, Folter- oder Hungerturm und der Pulverturm noch vorhanden sind.

Zerstörung und Abriss von Mauer und Toren
Beim Streit zwischen den Münchner und Ingolstädter Herzögen wurde die Stadt im 15. Jh. mehrmals mit Gewalt eingenommen und gebrandschatzt.
1632 und 1646 legten Schweden und Franzosen die Stadt in Schutt und Asche, die Zerstörung der Mauer betraf jedoch nur die oberen Partien.
1703 wurde die Wehranlage von kaiserlichen und alliierten englischen und holländischen Truppen bis auf Mannshöhe niedergerissen.
Im 18./19. Jh. nahm schließlich die militärische Bedeutung der Wehranlage mehr und mehr ab.

Stadtmauer 4
Das westliche "Untere" oder "Augsburger Tor" war in den Mauerzug eingebunden.
Die Toranlage zwischen Schloss und Stadt, auch "Jägertor" genannt, wurde kurz nach 1812 abgetragen. Aufzeichnungen über das Aussehen des Tores sind nicht überliefert.


Stadtmauer 3
Das "Obere" oder "Münchner Tor" war eine fünfgeschossige Turmanlage mit rechteckigem Grundriß und spitzbogiger Durchfahrt. Wegen Bauschäden und um freiere Durchfahrt zu gewähren wurde der Torturm 1868 eingerissen.
Im heutigen Stadtbild fehlen die Toranlagen.



Stadtmauer romantisch