Diese Seite drucken

250 Jahre Fayencen im Wittelsbacher Schloss

"Zum Jubiläum feiern wir ein Fest" - so begrüßte Museumsleiterin Dr. Adelheid Riolini die Gäste im Friedberger Schloss. Dort, wo vor 250 Jahren die Fayencen-Manufaktur gegründet worden war, sind jetzt die schönsten Stücke aus Friedberger Herstellung in einer Sonderausstellung zu sehen.



Ein goldener Herbsttag lockte zahlreiche Initiatoren und Interessierte in den Schlosshof, wo die Eröffnung der Ausstellung nach monatelangen Vorbereitungen nun gebührend gefeiert wurde. Noch bevor Bürgermeister Dr. Peter Bergmair die gekommenen Gäste begrüßte, stimmte ein Hornquintett der Friedberger Jugendkapelle auf den Festakt ein. "Ich hoffe, dass die Ausstellung die Aufmerksamkeit bekommt, die sie auch verdient", meinte Bergmair und sprach von der "Schönheit und Einmaligkeit der Ausstellungsstücke". Zudem dankte er allen Beteiligten, ohne die die Ausstellung nicht möglich geworden wäre.
OP

Nachdem Dr. Albrecht Miller von der Museumsabteilung der bayerischen Schlösser-, Gärten- und Seenverwaltung in München den Zuhörern einen kurzen Rückblick auf die Geschichte der Fayencen-Manufaktur in Deutschland ermöglicht hatte, wandte sich auch Hela Schandelmaier, Vizedirektorin der Gesellschaft der Keramikfreunde, an die Initiatoren. Sie bedankte sich bei ihnen für ihr großes Engagement, denn Ausstellungen dieser Art seien selten geworden. "Gerade deshalb freue ich mich, dass viele Menschen gemeinsam dieses Projekt ermöglicht haben", so Schandelmaier. Derselben Meinung ist auch Dr. Adelheid Riolini, Museumsleiterin im Friedberger Schloss. Dem Katalog über die Friedberger Fayencen, welcher parallel zur Ausstellung entstanden ist, gilt ihr besonderer Stolz. Als "Krönung des Festes" bezeichnet sie das Buch, in welchem 82 Fayencen abgebildet und erläutert sind.

"Das ist wirklich wunderschönes Geschirr", meinte das Friedberger Ehepaar Heimberger. Besonders die Walzenkrüge sowie alle blau gemusterten Stücke haben es den beiden angetan. Der Historiker Dr. Hubert Raab aus Friedberg freut sich dagegen hauptsächlich über die bunten Stücke, denn diese seien für die in Friedberg bekannten Fayencen nicht üblich. Deshalb sei es schön, dass das Geschirr aus verschiedenen bayerischen Museen zusammengetragen worden sei und somit einen großen Überblick ermögliche.

Auch Irene Bayer ist fachlich interessiert und kam deshalb zur Eröffnung. Als Keramikmalerin erfreuten sie die "wunderbare Glasur und Bemalung" der Ausstellungsstücke. Jedoch auch Laien finden Gefallen an den ausgestellten Fayencen. "Der gedeckte Tisch sieht prächtig aus, das ist wirklich eine tolle Idee", berichtet zum Beispiel Eva Jakob. Seit über fünf Jahren arbeitet sie nebenbei als Aufsichtsperson im Schloss, so dass sie die Ausstellung schon vorab bewundern konnte. Sie kann sich gut vorstellen, dass viele die Ausstellung besuchen werden.

Besucher aus aller Welt

Auch Hela Schandelmaier bezweifelt dies nicht: Bereits über 100 Fachleute und interessierte Laien aus aller Welt haben sich bei der Gesellschaft der Keramikfreunde angemeldet, um einen Ausflug in die Friedberger Ausstellung zu machen.

Die Sonderausstellung im Friedberger Schloss wurde bis zum 27. März 2005 verlängert.Sie ist samstags, sonntags und feiertags jeweils von 11 bis 17 Uhr zu sehen. Unter der Woche nach Vereinbarung

Text: Friedberger Allgemeine
 

http://www.friedberg.de
erstellt am 25.10.2004